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Das große Elektronik Lexikon

Hier finden Sie alle Begriffe rund um das Thema Elektronik.

Lochrasterplatinen

Warum Lochrasterplatinen?

Gerade im Bereich der Entwicklung ist die Verwendung von Lochrasterplatinen gängige Praxis. Hierbei handelt es sich in der Regel um Platinen, die ein Raster von 1 mm Bohrungen mit einem Lochabstand von 2.54 mm haben.

Mit Lochrasterplatinen lassen sich sehr schnell funktionsfähige Schaltungen aufbauen, die ebenso leicht auch wieder verändert, angepaßt oder umgebaut werden können. So kann man sich mit Lochrasterplatinen auch einen guten Vorrat an funktionstüchtigen Schaltungen zusammenbauen, die für spätere Anwendungen fertig verdrahtet bereitstehen. Oftmals ist es leichter, einen kleinen Verstärker auf Lochraster zu bauen (beispielsweise durch einen beschalteten Operationsverstärker), als dafür eine Platine zu beschichten, anschließend zu belichten und dann zu ätzen. Von den Bohrungen mal ganz zu schweigen. Wenn ein neuer Chip ausprobiert werden soll, so ist eine experimentelle Beschaltung unter Verwendung von einer Lochrasterplatine von großem Vorteil. Können doch Parameter durch veränderte Beschaltung (beispielsweise durch den Einsatz von Potentiometern etc.) schnell modifiziert werden.

Dabei gibt es durchaus verschiedene Arten von Lochrasterplatinen, die natürlich auch miteinander kombiniert werden können. Einfache Platten haben keinerlei Kupferauflage und funktionieren nur durch direktes Verdrahten der einzelnen Komponenten miteinander. Mit einseitig Kupfer beschichteten Lochrasterplatinen im Streifenraster laßen sich schnell Schaltungen aus diskreten Baulementen (Widerstände, Transistoren, Kondensatoren, Dioden etc.) aufbauen.

Dagegen ist eine einseitig Kupfer beschichtete Punktrasterplatine auch für den Einsatz von Chipelementen (beispielsweise Operationsverstärker) geeignet.

Bei der Entwicklung von größeren Projekten und zeitkritischen Projekten ist die Verwendung von Lochrasterplatinen nur bedingt sinnvoll. Bei größeren Projekten sollte man sich überlegen, ob man einzelne Schaltungsgruppen nicht auf separaten Lochrasterplatinen aufbaut und dann später zusammenschaltet. Bei zeitkritischen Projekten ist die Verwendung von Lochrasterplatten nicht anzuraten. Die Signalwege sind oftmals zu lang und Kapazitäten oftmals unerwünscht vorhanden. Unerwünschte Lötbrücken sind ein weiteres Manko bei der Verwendung von Lochrasterplatten, und nur mit dem richtigen Werkzeug und Materialien ist mit einem ansprechenden Ergebnis zu rechnen


Zubehör fur die Lochrasterplatinen

Es gibt einige Teile, die man unbedingt bei der Verwendung von Lochrasterplatinen zur Verfügung haben sollte. Neben optimalem Arbeitsgerät gibt es auch eine Reihe von Zubehörteilen, die bei der Arbeit mit Lochrasterplatinen nicht fehlen sollten.

Lötkolben Beim Lötkolben sollte man unbedingt zwei Dinge bei der Auswahl berücksichtigen: Feinheit der Spitze und Temperaturleistung. Wenn ein Lötkolben ueber eine zu große Spitze und einer zu hohen Leistung verfügt, so kann nicht nur der Lötpunkt auf der Lochrasterplatine Schaden nehmen, das verwendete Bauteil überhitzen, es entstehen auch ungewollt Lötbrücken, die natürlich die elektrischen Eigenschaften der Schaltung komplett verändern, bzw. die Schaltung außer Funktion setzen. Sehr gut geeignet ist der Feinlötkolben von Ersa.

Mit einer Leistung von 25 Watt und einer bleistift- dünnen Dauerlötspitze eignet sich dieser Lötkolben hervorragend fur den Einsatz in der Elektronik. Auch feinste Lötarbeiten sind mit diesem Lötkolben möglich.

Lötkolben-Ablageständer Spätestens wenn man sich zum xten Mal die Hand am heißen Lötkolben verbrannt hat, weiß man die Nützlichkeit eines Lötkolben-Ablageständers zu schätzen.

Lötzinn Was nützt die feinste Lötspitze, wenn Lötzinn von großem Querschnitt verwendet wird? Bevor ein großer Klecks Lötzinn die schönste Schaltung zunichte macht, sollte man Qualitätslötzinn von einem Durchmesser nicht größer als 0,5mm im Querschnitt nehmen, um optimal mit gedruckten Schaltungen und Aufbauten mittels Lochraster arbeiten zu können.

Entlötlitze oder Entlötsaugpumpen Entlötsaugpumpen machen bei bestückten Schaltungen nur dann Sinn, wenn das darüber liegende Baulement nicht kritisch in puncto Hitze ist. Denn hier muß zunächst die Lötstelle erwärmt werden und erst dann kann die Entlötpumpe das Lötzinn absaugen. Auch kann die Verwendung von Entlötpumpen zur Beschädigung von feinsten Leiterbahnstrukturen führen, so daß von einer Verwendung dieser eher abzuraten ist. Die Verwendung von Entlötlitze verkürzt etwas die Temperaturbelastung für das darüber liegende Baulement und hat auch nicht den Nachteil der möglichen Zerstörung von feinen Leiterbahnstrukturen, da hier kein Saugvorgang im klassischen Sinne erfolgt.


Tipps und Tricks zu Lochrasterplatinen

Neben weiteren wichtigen Utensilien bei der Verwendung von Lochrasterplatinen wollen wir Ihnen auch gleich ein paar Tipps & Tricks fur den sicheren Umgang mitgeben.

Wer beispielsweise mit einer Kupfer beschichteten Lochrasterplatine arbeitet, der wird über kurz oder lang an der Frage der Verdrahtung nicht vorbeikommen.

Draht oder Litze ist hier eine der wichtigsten Fragen, von deren richtiger Beantwortung ein sicheres Funktionieren der Experimental- schaltung abhängt.

Draht sollte immer dann eingesetzt werden, wenn es um die direkte Verdrahtung auf der Lochrasterplatine geht. Litze hat hier den entscheidenden Nachteil, dass Teile der Litze nach dem Verlöten überstehen können und so Lötbrücken entstehen lassen, die das korrekte Funktionieren der Schaltung verhinderen.

Draht sollte nur dann eingesetzt werden, wenn es um hochflexible Verdrahtung geht. Wer beispielsweise seine Experimentalschaltung mit weiteren Schaltungen verdrahten möchte und diese Verdrahtung nicht örtlich eingegrenzt werden kann (Verstärker an Lautsprecher etc.), ist mit einer Litzenverdrahtung gut aufgehoben, bricht diese doch nicht so leicht und ist dabei äußerst flexibel.

Unser Verdrahtungstipp mag die Verwendung von Litze auf Lochrasterplatinen verdeutlichen.

Immer dann, wenn es darum geht, Ein- und/oder Ausgänge der Schaltung einer Lochrasterplatine zu beschalten, kann man mit Lötnägeln arbeiten.

Nun macht es nicht immer Sinn, direkt auf den Lötnagel die Litze zu löten, da man beispielsweise die Verbindung auch wieder lösen möchte.

Hier schraubt man auf den Lötnagel eine sogenannte Bananen- Kupplung.

Jetzt schneidet man sich ein entsprechend langes Stück Litze ab und schraubt an jedes Ende eine Bananen-Steckverbindung.

So kann man jetzt uber die Bananenkupplung auf den Lochraster- platinen mittels Litze, die an jedem Ende einen Bananen-Stecker enthält, hochflexible Verbindungen zwischen den einzelnen Baugruppen herstellen.

Beispielsweise Verstärker - Netzteil, Verstärker - Signalquelle, Verstärker - Boxen.

Wer den Aufwand mit Bananen-Steckern und -Kupplungen scheut, der kann auch Litze an Abgreifklemmen löten, die dann direkt am Lötnagel abgreifen und ebenfalls schnell zu lösende und hochflexible Verbindungen erlauben.

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